altemusik.WIEN
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Meister Neidhart

Die Manessische Liederhandschrift nennt ihn "Herrn Neidhart", seinen Adelstitel – der keiner ist -  "von Reuental" leitet sich aus diversen Liedern ab, in denen er sich so bezeichnet. Es ist kein Ortsname, vielmehr wohl eine symbolische Bezeichnung für die Welt, in der er lebte.

 

Auch sein Vorname dürfte ein Pseudonym sein, „Neidhart“ ist in mittelalterlichen Texten der Name des Teufels.

 

„Der Teufel aus unserer Mitte“, so bezeichnete er sich also, und seine Umwelt nahm ihn, mal humorig oder bewundernd, mal gehässig auch genau so wahr. Walther von der Vogelweide nannte ihn „einen quakenden Frosch“. Für uns heute, nach 800 Jahren, ist er einer der größten seiner Zunft.

 

Er beherrschte ein Handwerk: seine Liedtexte beginnen konventionell. Es geht um den Frühling und die Hoffnung, den Winter und das Ende. Es geht um die hohe Minne. Aber dann weicht er ab: das Wetter wird trügerisch, du statt edler Herren du züchtiger Damen machen sich Bauernsleut und Handwerker in seinen Liedtexten breit.

 

Aufgrund der hohen Popularität, die er schon zu Lebzeiten genoss, sind auch die Melodien seiner Lieder erhalten. Die großen schweifenden Linien und die eingängige Melodik gehören zum Schönsten, was sich aus der musikalischen Welt des Mittelalters erhalten hat.

Programm:

 

winder, wie is nu dein kraft

meie hat wünnegliche entsprozzen

meien, din liehter schin

freut iuch wolgemuoten kint

ine gesach die heide mie baz gestalt

summe runde winder sin gheliche lanc

der vil lieben sumerzit

owe dire sumerzit

sumer diner süezen weter

sinc eyn guldes hoen

nu klag ich die bluomen

maye dein wunnerwerde zeit

allez, daz den summer her mit vreuden was

winter deine mail

mann hort nicht mer sussen schal

 

Besetzung:

Hartmut Schulz - Stimme und mittelalterliche Leier
 

Dauer: ca. 60 min

Termine:

 

20.07-  24.07.2020
TroubaTour "Meister Neidhart"
Wanderung Wien, Niederösterreich

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